Vorsorgeauftrag & Testament: Zwei wichtige Dokumente für die Nachlassplanung

Wer sein Vermögen selbstbestimmt weitergeben möchte, muss den eigenen Nachlass bereits zu Lebzeiten regeln. Die Nachlassplanung verschafft Klarheit, gibt Sicherheit und vermeidet spätere Streitigkeiten der Hinterbliebenen. Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei Vorsorgedokumente vor, die für Unternehmer in der Schweiz besonders wichtig sind. Erfahren Sie mehr

1. Der Vorsorgeauftrag

Wussten Sie, dass alle 18 Minuten eine Person in der Schweiz an Demenz erkrankt? Was passiert, wenn Sie plötzlich handlungsunfähig sind? Wer kümmert sich dann zum Beispiel um Ihr Unternehmen und trifft Entscheidungen in Ihrem Sinne? Mit einem Vorsorgeauftrag sichern Sie sich für einen solchen «Worst Case» ab – und bestimmen eine Vertrauensperson, die im Ernstfall einspringt. Ohne einen Vorsorgeauftrag überlassen Sie wichtigen Entscheidungen öffentlichen Institutionen wie die KESB.

Tipp: Sie können jede natürliche, volljährige und geschäftsfähige Person als Vertrauensperson beauftragen – und können in Ihrem Vorsorgeauftrag auch mehrere Personen bevollmächtigen. Häufig sind die eigenen Kinder eine gute Wahl. Aber auch der Ehepartner, ein Anwalt, Treuhänder, Berater oder gar ein Verein ist möglich.

2. Das Testament

Mindestens genauso wichtig wie der Vorsorgeauftrag ist das Testament – vor allem, wenn Sie Ihren Ehepartner für den Fall der Fälle absichern möchten. Zwar steht dem Ehepartner per Gesetz die Hälfte des zu vererbenden Vermögens zu; das ist jedoch nicht immer ausreichend, um finanzielle Schwierigkeiten des hinterbliebenen Ehepartners zu vermeiden. Im schlimmsten Fall muss der Ehepartner eine geerbte Immobilie verkaufen, um die anderen Erben auszuzahlen.

Wichtig: Ohne Testament wird der Nachlass gemäss den gesetzlichen Quoten auf die Nachkommen verteilt. Wer mit dieser gesetzlichen Erbfolge nicht einverstanden ist, muss unbedingt ein Testament (oder einen Erbvertrag) verfassen.

3 Tipps für Ihr Testament

  • Sie können das Erbe des hinterbliebenen Ehepartners erhöhen, wenn die Kinder bis zum Tod des zweiten Elternteils auf ihren Erbteil verzichten. Alternativ können Sie Ihren Partner in einem Ehevertrag auch als Meistbegünstigten bestimmen – oder in Ihrem Testament festlegen, dass die Kinder zunächst nur ihre gesetzlichen Pflichtteile erhalten.
  • Die Faustregel lautet: Je mehr Vermögen vorhanden ist, desto wichtiger ist ein Testament oder ein Erbvertrag. Bei einer komplizierten Familiensituation (beispielsweise Kinder aus verschiedenen Ehen) steigt die Dringlichkeit der Nachlassplanung ebenfalls.
  • Nach dem Tod des Erblassers muss ein Inventar über den gesamten Nachlass erstellt werden. Ausserdem müssen Angehörige eventuell noch offene Rechnungen bezahlen, Forderungen eintreiben und das Erbe ordnungsgemäss verteilen. Wer seine Angehörige in dieser schweren Phase entlasten möchte, beauftragt in seinem Testament einen Willensvollstrecker. Dieser nimmt Angehörigen nicht nur den Grossteil der «Nachlass-Organisation» ab. Ein Willensvollstrecker vermeidet auch Streitigkeiten und Interessenskonflikte – das passiert häufig, wenn Verwandte oder gar Erben die Willensvollstreckung übernehmen.

Schlusswort

Der Vorsorgeauftrag und das Testament sind wichtige Dokumente für jede Vorsorge – besonders für Unternehmer, die auch in der Nachfolgeplanung nichts dem Zufall überlassen möchten. Denken Sie daran, dass beide Dokumente erst per eigenhändiger Unterschrift und notarieller Beglaubigung gültig werden!

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