Vermögensnachfolge planen? 6 wichtige Infos im Überblick

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Was möchten Sie wem vererben? Den Erbnachlass sollten Sie sorgfältig planen, damit Ihr Vermögen tatsächlich wie gewünscht verteilt wird. In unserem Artikel erfahren Sie, was Sie dabei beachten müssen. Erfahren Sie mehr

1. Gesetzliche Erbfolge

Wer kein Testament oder Erbvertrag verfasst, muss sich bei der Erbverteilung nach dem Gesetz richten. In der Schweiz gibt es drei Gruppen („Stämme“) von erbberechtigten Personen:

  1. Die Nachkommen des Erblassers (Kinder, Enkel etc.)
  2. Die Eltern des Erblassers und ihre Nachkommen (Geschwister des Erblassers und deren Kinder)
  3. Die Grosseltern und ihre Nachkommen (Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen des Erblassers). 

Es erbt immer nur die oberste noch lebende Generation. Das bedeutet: Die Verwandten aus dem zweiten oder dritten Stamm bekommen nur ein Erbe, wenn es keine Verwandten im ersten Stamm gibt. Genauso erben Enkel oder weitere Verwandte nichts, wenn der Verstorbene Kinder hinterlässt.

2. Anspruch des Ehepartners

Der Anspruch des Ehepartners ist gesondert geregelt. Entscheidend dabei ist, mit welchen Verwandten des Verstorbenen das Erbe geteilt werden muss: Bei Verwandten aus dem ersten Stamm bekommt der Ehepartner die Hälfte der Erbschaft; bei Verwandten aus dem zweiten Stamm stehen dem Ehepartner drei Viertel zu.

3. Anspruch des Konkubinatspartners

Konkubinatspartner sind im Erbrecht nicht berücksichtigt. Wenn Sie einen solchen Partner oder andere Personen ausserhalb der gesetzlichen Erbfolge berücksichtigen möchten, müssen Sie ein Testament erstellen. Im Testament können Sie dann den Teil des Nachlasses frei verteilen, der die Pflichtteilansprüche übersteigt. Der Pflichtteil definiert den Mindestanspruch der Erben

4. Güterstand und Errungenschaftsbeteiligung

Was fällt eigentlich in den Nachlass? Bei Ehepartnern greift der Güterstand und die sogenannte Errungenschaftsbeteiligung:

  • Eigengut bezeichnet Vermögenswerte, die ein Partner in die Ehe einbringt (inklusive Wertsteigerungen). Dazu gehören auch Hochzeitsgeschenke, Erben oder persönliche Gegenstände wie Schmuckstücke.
  • Errungenschaften umfassen das gemeinsame Vermögen eines Ehepaars abzüglich der Eigengüter beider Ehepartner.


Wie Eigengut und Errungenschaft im Erbfall verteilt werden, entscheidet vor allem der sogenannte Güterstand.

5. Abweichender Güterstand

Von einem abweichenden Güterstand spricht man bei einer Gütergemeinschaft und einer Gütertrennung. Beide Begriffe definieren sich folgendermassen:

  • Gütergemeinschaft: Hier gehört fast das gesamte Vermögen den Eheleuten gemeinsam. In den Nachlass fallen das Eigengut des Verstorbenen und die Hälfte des Gesamtgutes – es sei denn ein Ehevertrag vereinbart eine andere Erbaufteilung.
  • Gütertrennung: Hier werden die Eheleute wie unverheiratete Personen behandelt. Der Nachlass bildet demnach das Vermögen des Verstorbenen.

6. Vorsorgeguthaben

Ob Pensionskasse, AHV oder Säule 3a: Vorsorgeguthaben sind beim Erblass anders zu berücksichtigen als das übrige Vermögen. Das bedeutet: Erben haben beim Vorsorgeguthaben nicht denselben Anspruch wie zum Beispiel bei freiem Anlagevermögen, Immobilien oder Sachgütern.

Die Pensionskasse zahlt hinterbliebenden Partnern beispielsweise eine Rente, wenn der Partner älter als 45 Jahre ist und die Ehe mindestens fünf Jahre gedauert hat. Oder wenn die hinterbliebene Person Unterhalt an ein minderjähriges Kind oder einem Kind in Ausbildung (bis zum Alter von 25 Jahren) zahlt. Wenn das nicht der Fall, gibt es eine Auszahlung in Höhe von drei Jahresrenten.

Tipp: Bei vielen Pensionskassen können Sie Konkubinatspartner mit Ehepartnern gleichstellen. Sie müssen nur einen entsprechenden Antrag einreichen.

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